Radio-Sinfonieorchester Warschau

 

KMF 12.06.2011 foto.M.Klimiuk (12)Die Geschichte des Radio-Sinfonieorchesters Warschau geht auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Nach dem Krieg wurde das Orchester bereits 1945 von Stefan Rachoń, Violinist und Dirigent, übernommen. Nacheinander waren die künstlerischen Leiter des Polnischen Radio-Orchesters: Włodzimierz Kamirski, Jan Pruszak, Mieczysław Nowakowski. Während der Amtszeit von Tadeusz Strugała (1990-1993) erhielt das Orchester seinen heutigen Namen und zog an seine neue Wirkungsstätte um – in das Witold-Lutosławski-Konzert-Studio des Polnischen Radios. In den Jahren 1993 bis 2006 war Wojciech Rajski künstlerischer Leiter des Radio-Sinfonieorchesters Warschau. Im März 2007 wurde Łukasz Borowicz auf den Posten des künstlerischen Leiters berufen, der das Orchester bis zum 31. Januar 2015 leitete. Die gemeinsam mit Dominik Połoński aufgenommene CD erhielt 2007 den Fryderyk-Preis. Zum Auftakt der Konzert-Saison 2007/2008 bot das Radio-Sinfonieorchester Warschau eine Konzertaufführung der Oper Falstaff von Verdi dar und im März 2008 führte es beim 12. Österlichen Ludwig-van-Beethoven-Festival die Oper Lodoïska von Cherubini auf. Die Vorbereitung wurde von Christa Ludwig künstlerisch betreut. Beide Opern wurden vom Polnischen Radio auf CD herausgegeben und die Aufnahme von Lodoïska wurde für die Preise Midem Classical und Fryderyk nominiert. Es ist zur Tradition geworden, dass das Radio-Sinfonieorchester Warschau unter Leitung von Łukasz Borowicz seine künstlerische Saison jeweils mit einer Konzertaufführung unbekannter bzw. vergessener Opern polnischer Komponisten einleitet. Und so wurden bereits aufgeführt: Maria von Roman Statkowski (Saison 2008/2009), Flis von Moniuszko (zur Feier des 190. Geburtstags des Komponisten im Jahre 2009), Monbar czyli Flibustierowie von Ignacy Feliks Dobrzyński (an die Oper wurde 2010 nach über 150 Jahren seit der Premiere erinnert), Legenda Bałtyku von Feliks Nowowiejski (Saisonauftakt 2011/2012), Zemsta za mur graniczny von Zygmunt Noskowski mit Libretto des Komponisten nach einer Komödie von Aleksander Fredro (Saisonauftakt 2013/2014) sowie eine weitere Oper von Moniuszko, Verbum nobile. Auf Platten des Polnischen Radios sind bisher Maria von Statkowski und Monbar czyli Flibustierowie von Dobrzyński erschienen. Zu Ehren des 100. Geburtstags und des 40. Todestags von Grażyna Bacewicz wurden ihre 3 Violinkonzerte aufgenommen, mit der Solistin Joanna Kurkowicz und die Uwertura (für das Studio Chandos Records) sowie die Radiooper Przygoda króla Artura (vom Polnischen Radio auf CD herausgegeben). Das Orchester präsentierte auch, mit internationaler Solisten-Besetzung, die Oper Bezdomna jaskółka von Szymon Laks in der originalen französischen Version (erstmals in Polen) und das Ballett von Karol Rathaus Zakochany lew (2010); die Werke sind auf CD erhältlich. Die im Jahre 2008 aufgenommene Zusammenarbeit mit dem Österlichen Ludwig-van-Beethoven-Festival trägt Früchte in der jährlichen Teilnahme des Ensembles in dem Zyklus, der bei den Konzerten weniger bekannte Opern präsentiert, die auch auf CD herausgegeben werden. Nach Lodoïska von Cherubini wurden aufgeführt: Berggeist von Spohr (2009), Euryanthe von Weber (2010), Maria Padilla von Donizetti (2011), Miłość do trzech królów (L’amore dei tre re) von Italo Montemezzi (2012), Simon Boccanegra von Verdi (2013) sowie Ifigenia na Taurydzie von Gluck (2014). Die Radio-Aufzeichnungen von Werken von Andrzej Panufnik unter Leitung von Łukasz Borowicz wurden auf 4 CDs des Studios cpo herausgegeben; im Januar 2015 wurde diese Ausgabe mit dem International Classical Music Award (ICMA) ausgezeichnet. In nächster Zeit werden die Aufnahmen mit herausragenden polnischen Sängern fortgesetzt. Bereits erhältlich sind 2 CDs mit Piotr Beczała (Orfeo), Mariusz Kwiecień (harmonia mundi) und mit Artur Ruciński (Polnisches Radio). Am 2. Februar 2015 wurde Michał Klauza zum künstlerischen Direktor des Radio-Sinfonieorchesters Warschau berufen.